Am Dienstag, den 13.10.2015, lud der Arbeitskreis Gesundheit und Soziales der Jungen Union Köln zu einem Besuch bei der Kreisstelle Köln der Kassenärztlichen Vereinigung Nordrhein unter dem Titel "Ambulante medizinische Versorgung der Kölner Bevölkerung - Konzepte und Konflikte". Der Vorsitzende der Kreisstelle, Herr Dr. Jürgen Zastrow, selbst niedergelassener HNO-Mediziner in Köln, stand den interessierten Teilnehmern zweieinhalb Stunden lang Rede und Antwort und gab auf alle Fragen fundierte und manchmal auch amüsante Antworten.

"Nicht zuletzt dank der angenehmen Form des Dialogs seitens Herrn Dr. Zastrow war das Gespräch nicht nur hoch informativ sondern auch sehr kurzweilig", fasst der Leiter des AK, Simon Richrath, den Besuch mit einem positiven Fazit zusammen. "Dafür und auch für die Tatsache, dass wir fast eine Stunde länger bleiben durften als geplant, kann ich Herrn Dr. Zastrow nicht genug danken."

Insbesondere zur Frage, wie auch in Zukunft eine flächendeckende und ausreichende ambulante medizinische Versorgung für das Stadtgebiet sichergestellt werden kann, offenbarte der Dialog dabei auch viele Probleme,  die die Politik zukünftig wird lösen müssen. "Wenn Arztpraxen sich durch ihre Umsätze aus der Behandlung der GKV-Patienten nicht mehr finanzieren können, darf man sich nicht wundern, wenn der medizinische Nachwuchs bei Banken teilweise schon keine Kredite mehr bekommt und Arztsitze nicht neu besetzt werden können", stellt Simon Richrath fest.

"Hier ist am Ende bundespolitische Verantwortung gefragt, wenn es darum geht, das Gesundheitswesen und die dazugehörige Sozialversicherung zukunftsfest und nachhaltig zu reformieren, damit nachkommende Generationen nicht irgendwann vor verschlossenen Türen stehen." Gleichzeitig käme man aber auch nicht daran vorbei, auf kommunaler und Landesebene über Strukturreformen im Angebot nachzudenken. Das zeigte vor allem die Diskussion um eine engere Zusammenarbeit zwischen Krankenhäusern und dem ambulanten Notdienst.

"Da muss dann auch die Frage beantwortet werden, in welchem Umfang Synergieeffekte genutzt und freie Kapazitäten abgebaut werden können, um die vorhandenen Gelder effizienter zu nutzen", regt Simon Richrath an. "Wichtig ist nur, dass nicht eine Seite auf Kosten der anderen bevorzugt wird. Zukünftige Reformen,  egal auf welcher Ebene, müssen ganzheitlicher und sachorientierter gedacht werden,  als es vielleicht in der Vergangenheit teilweise der Fall war."